Bogensportdisziplinen
Target
Hierunter versteht man das Schießen auf standardisierte Zielscheiben (Auflagen) in festgelegten, bekannten Entfernungen, meist auf ebenem Gelände. Die einzelnen Wertungsringe sind farbig – in der Mitte liegt das “Gold”, das die höchsten Punktzahlen verspricht. Deshalb wünschen wir uns immer “Alle ins Gold”. Wir praktizieren das Targetschießen im Sommer auf unserem Außengelände und im Winter in der Halle. Im Freien haben wir Scheiben in Distanzen von 8 m für Anfänger über 18, 30, 40, 50 und 60 bis 70 m für Wettkampfschützen. Während der Hallensaison schießen wir auf 18 m.
Feldbogen
Für viele eine der attraktivsten Disziplinen: In einem natürlichen Gelände – meist umgeben von Wald und Wiesen – wird auf Zielscheiben unterschiedlicher Größe geschossen. Die Herausforderung liegt darin, dass es bekannte und unbekannte Entfernungen gibt, die Lichtverhältnisse häufig wechseln und der Schütze nicht immer auf gleicher Höhe mit seinem Ziel steht, also auch auf- oder abwärts schießen muss. Im Gegensatz zum Targetschießen sind die Zielauflagen schwarz-gelb oder schwarz-weiß.
3D
Beim 3D-Bogenschießen schießt du in einem Parcours im Gelände auf dreidimensionale (3D) Tier- oder Fantasiefiguren. In der Regel sind 20 bis 35 dieser Figuren in einem natürlichen Parcours aufgebaut. Auf ihren Körpern sind Trefferzonen markiert – die sogenannte “Kill-Zone”, die die höchste Wertung verspricht. Unterschiedliche – unbekannte – Entfernungen und variierende Schießwinkel machen diese Disziplin besonders reizvoll. Es geht oft bergauf und bergab, und manchmal schießt du durch Gebüsch.
Bogenklassen
Olympisch Recurve
Ein hochpräziser Sportbogen mit nach vorn gebogenen Wurfarm-Enden ("Recurve"), die hohe Pfeilgeschwindigkeiten ermöglichen. Er wird mit Visier, einer Auszugskontrolle – dem sog. Klicker – und Stabilisatoren geschossen und ist bislang die einzige (Einzel-)Bogenklasse der Olympischen Spiele. Technische Perfektion, konstante Wiederholbarkeit und maximale Zielgenauigkeit stehen bei diesem Bogen im Mittelpunkt.
Blankbogen
Der Blankbogen ist auch ein Recurvebogen, wird allerdings ohne Visier, Klicker und Stabilisatoren geschossen. Das Zielen erfolgt entweder intuitiv oder über verschiedene Zielmethoden wie Stringwalking, auch Abgreifen genannt, Facewalking oder Gap Shooting. Der Blankbogen verbindet technische Präzision mit traditionellerem Schießen und stellt damit höhere Anforderungen an den Schützen, sein Schussgefühl und die Distanzwahrnehmung.
Compound-Bogen
Er unterscheidet sich schon äußerlich recht deutlich von anderen Bögen: Auffallend ist das System aus Exzenterrollen (Cams) und Kabeln, das im Vollauszug den erforderlichen Kraftaufwand deutlich reduziert. Zum Lösen benutzt der Schütze eine mechanische Lösehilfe – das Release –, das verhindert, dass die Sehne den seitlichen Drall erhält, der beim Lösen mit den Fingern unvermeidlich ist. Dieses Gesamtpaket ermöglicht hohe Präzision und Pfeilgeschwindigkeit.
Traditioneller Recurve
Er ist neben dem Langbogen einer der wichtigsten Vertreter des traditionellen Bogenschießens. Wie sein olympischer Kollege verfügt er über den charakteristischen Schwung nach vorn, verwendet aber weder Visier noch technische Zielhilfen. Geschossen wird in der Regel intuitiv oder mit Zielmethoden wie Facewalking oder Gap Shooting. Im sportlichen Einsatz im Feld oder Parcours stehen Instinkt, Erfahrung, Schussgefühl und Konzentration im Mittelpunkt.
Langbogen
Bei dieser traditionellen Urform des Bogens handelt es sich meistens um ein einziges, stabförmiges Stück Holz, das mindestens so lang ist wie sein Schütze. Die Sehne berührt lediglich die Bogenenden und liegt nicht wie beim Recurvebogen an den Wurfarmen an. Langbogenschützen nutzen weder Visiere noch Stabilisatoren und zielen meist rein intuitiv oder mittels Gap Shooting.
Reiterbogen
Aufgrund ihrer historischen Herkunft als Jagdbögen vom Pferderücken aus sind sie kürzer als beispielsweise Langbögen. Charakteristisch ist der extreme Recurve der Wurfarme. Auch bei dem vergleichsweise kurzen Auszug wird durch die starke Biegung viel Energie gespeichert, die beim Lösen in hohe Pfeilgeschwindigkeit umgesetzt wird. Reiterbögen verfügen nicht über eine Pfeilauflage und werden über den Handrücken geschossen.