Wissenswertes
Bogenschießen ist eine der ältesten Sportarten der Menschheit und verbindet Technik, Konzentration und Körperbeherrschung. Was früher Jagd- und Kriegshandwerk war, ist heute ein moderner Präzisionssport, der von Menschen jeden Alters ausgeübt werden kann.
Auf dieser Seite erklären wir wichtige Begriffe, Grundlagen und Besonderheiten des Bogenschießens – für Einsteiger, Interessierte und alle, die mehr über unseren Sport erfahren möchten.
Es gibt verschiedene Arten von Bögen, die sich in Bauweise und Schießtechnik unterscheiden:
- Recurvebogen – der klassische Sportbogen, auch bei den Olympischen Spielen
- Langbogen – traditioneller, meist aus Holz gefertigt
- Blankbogen – Recurvebogen ohne Visier und technische Hilfsmittel
- Compoundbogen – moderner Bogen mit Rollen (Cams) zur Kraftunterstützung
Ein Pfeil besteht aus folgenden Bestandteilen:
- Schaft: Der lange Stab, meist aus Carbon (robust, leicht), Aluminium (formstabil) oder Holz.
- Spitze: Metallspitzen (Stahl), die je nach Zweck (Jagd, Sport) unterschiedliche Formen haben.
- Befiederung: Drei Federn (Natur oder Kunststoff/Vanes), die für einen stabilen Flug sorgen.
- Nocke: Das hintere Ende, oft aus Kunststoff, das auf der Bogensehne einrastet.
- Optional: Aufwicklungen, Bemalungen (Cresting) oder leuchtende Farben zur besseren Wiederauffindbarkeit
Um deinen Bogen lange in Stand zu halten, solltest du ihn bei Nichtgebrauch stets entspannen (Wurfarme entlasten) und trocken sowie liegend bei Zimmertemperatur lagern. Reinige das Mittelstück und die Wurfarme regelmäßig mit einem weichen, leicht feuchten Tuch von Schmutz und Handschweiß. Zudem ist es wichtig, die Sehne gelegentlich mit speziellem Sehnenwachs einzureiben, um sie vor Feuchtigkeit und Ausfransen zu schützen.
Bogen- und Pfeilgröße basieren primär auf deiner Auszugslänge. Diese beschreibt, wie weit du die Sehne bei korrekter Haltung nach hinten ziehst.
1. Auszugslänge ermitteln
Die einfachste Methode ist die Berechnung über deine Armspannweite:
- Stelle dich aufrecht hin und breite deine Arme seitlich aus (wie ein „T“).
- Miss den Abstand von Mittelfingerspitze zu Mittelfingerspitze in Zentimetern.
- Teile diesen Wert durch 2,54, um Zoll zu erhalten.
- Formel: (Spannweite in Zoll - 15) / 2 = Deine ungefähre Auszugslänge.
- Beispiel: 183 cm Spannweite ≈ 72 Zoll. (72 - 15) / 2 = 28,5 Zoll Auszug.
2. Die richtige Bogenlänge wählen
Die Bogenlänge (gemessen in Zoll, z. B. 68") sollte zu deinem Auszug passen, damit der Bogen weich auszieht und nicht „blockiert“.
| Deine Auszugslänge | Empfohlene Bogenlänge (Recurve) |
|---|---|
| Unter 25 Zoll | 64 Zoll |
| 25 – 27 Zoll | 66 Zoll |
| 27 – 29 Zoll | 68 Zoll |
| Über 29 Zoll | 70 – 72 Zoll |
3. Die passende Pfeillänge bestimmen
Dein Pfeil muss lang genug sein, um im Vollauszug sicher auf der Pfeilauflage zu liegen.
- Faustregel: Deine Auszugslänge + 1 bis 2 Zoll Sicherheitspuffer.
- Wenn dein Auszug 28 Zoll beträgt, sollte dein Pfeil mindestens 29 bis 30 Zoll lang sein (gemessen vom Nockenboden bis zum Schaftende vor der Spitze).
Wichtig: Anfängern wird empfohlen, die Pfeile lieber etwas länger und weicher zu wählen, da sich die Technik und damit der reale Auszug am Anfang noch leicht verändern können.
Ein präziser Schuss im Bogensport folgt einem festen Bewegungsablauf, der auf Wiederholbarkeit setzt:
- Stand & Einnocken: Sicherer, paralleler Stand und Auflegen des Pfeils auf die Sehne.
- Anheben & Auszug: Den Bogen locker Richtung Ziel heben und die Sehne kontrolliert bis zum Gesicht ziehen.
- Ankerpunkt: Die Zughand fixiert eine immer gleiche Stelle (z. B. Kinn oder Mundwinkel), um die Auszugslänge zu standardisieren.
- Zielen & Rückenspannung: Das Visier über dem Gold zentrieren und die Kraft von den Armen in die Rückenmuskulatur verlagern.
- Lösen: Die Finger entspannen sich schlagartig, sodass die Sehne von selbst wegspringt.
- Nachhalten: Den Bogen nach dem Schuss stabil halten und dem Pfeil kurz hinterhersehen